Pädagogischer Hintergrund

Spielen macht aktiv – mit vielen Sinnen

Aktives Spielen ist Kindern ein elementares Bedürfnis. Doch in Zeiten, in denen immer weniger freie Spielflächen zur Verfügung stehen, hat es Konkurrenz bekommen. Fernsehen, Computer, Handys und Co. üben schon auf Kinder im Grundschulalter eine zunehmende Faszination aus.

Die moderne Hirnforschung aber weiß: Wer sein Wissen passiv über Bildschirm-Medien bezieht, speichert es weniger gut im Gedächtnis ab. Aktive Erfahrungen, die möglichst viele Sinne ins Spiel bringen, prägen sich besser und nachhaltiger ein.

Klassisches Spielen aktiviert Körper, Geist und Emotionen. Es erfordert Bewegung, Kreativität, Teamgeist und Lust auf neue Erfahrungen. All das ist wichtig für die kindliche Entwicklung und schafft auch gute Voraussetzungen für das Lernen in der Schule.



Trampelpfade im Gehirn

„Je mehr Erfahrungen ein kleines Kind macht, desto mehr und deutlichere Spuren bilden sich in dessen Gehirn“, sagt Prof. Manfred Spitzer, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie, Ulm, außerdem Gründer und Leiter des ZNL TransferZentrums für Neurowissenschaften und Lernen. „Diese Spuren sind es, die uns langfristig zu dem Individuum machen, das wir sind, mit unserer Sprache, unseren Gewohnheiten, Fähigkeiten, Vorlieben, Einstellungen und Kenntnissen: Wenn die Sonne scheint, ist es warm und Honig ist süß […] All dies muss ein junges Menschenkind lernen, und dies tut es durch Auseinandersetzung mit der Welt, die jedes Kleinkind nicht nur passiv erlebt, sondern aktiv sucht.“


Raum für wertvolle Erfahrungen

Kinder brauchen die Gelegenheit, selbst Erfahrungen zu machen, Dinge auseinanderzunehmen und wieder zusammenzusetzen, sich auszutoben, im Spiel mit Gleichaltrigen ganz viel über sich selbst zu lernen – und das nicht nur im Kleinkindalter.

Die Initiative „Spielen macht Schule“ will deshalb mehr wertvollen Raum für das Spielen an Grundschulen schaffen. Denn Spielen macht nicht nur Spaß, sondern auch schlau!


„Gute Spiele sind eine wichtige Ergänzung des schulischen Bildungsangebots. Kinder unterscheiden nicht zwischen Lernen und Spielen, sie lernen beim Spiel.”

Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer